17. August 2006
Busfahren in China II
Spontan entschieden wir uns uebers Hinterland nach Kaili zu fahren, da diese Gegend landschaftlich sehr schoen sein soll. Dies bedeutete zwar eine lange Busfahrt durch ein schlecht erschlossenes Gebiet, aber wir waren uns ja schon einiges gewohnt…
Bald merkten wir, dass auch diese Strasse nicht asphaltiert ist und das Thermometer stieg wiederum auf mind. 35 Grad, uff! Dieses Mal hatten wir die vordersten Plaetze, was nicht nur Vorteile bringen sollte . . . Die Strasse fuehrte durch eine einsame Gegend - in sechs Stunden passierten wir gerade mal drei kleine Doerfer. Deshalb nahm der Bus auch ziemlich alles und jeden mit, der am Strassenrand stand. Nach und nach fuellte sich der Bus. Dabei waren die vorderen Plaetze, ob Stehplatz, auf dem Motor oder einem Absatz, die Begehrtesten. Eine aeltere Frau zog es vor, sich mehr oder weniger auf Romans Schoss zu setzen, als drei/vier Reihen weiter hinten auf einen, der freien Sitzplaetze.
In der ersten kleinen Orstschaft hielten sie auf der Hauptstrasse gerade Markt ab. So stiegen einige Leute mit den verschiedensten Errungenschaften zu, unter anderem drei Huehner, welche neben unseren Fuessen und auf unserem Gepaeck plaziert wurden. ( Immer noch angenehmer als eine Hornissenzucht in einer Kartonschachtel mit Loch!, wie auf einer anderen Fahrt) Gluecklicherweise entleerte das Huhn seinen Darm neben und nicht auf unserem Gepaeck.
Spaeter stieg ein Mann zu und platzierte seine 200 kg Reis praktischer Weise direkt beim Ein- bzw. Ausgang. Jetzt war der Bus definitiv voll und wir dachten anfangs, wir koennten unsere Beine strecken.
Als wir bei der Endstation in einer groesseren Ortschaft den naechsten Bus nach Kaili nehmen wollten, gaben sie uns auf chinesisch zu verstehen, dass dieser erst am anderen Morgen fahren wuerde. Wir waren also mitten im Nirgendwo gestrandet!
Am naechsten Morgen ging unsere Busfahrt weiter, sogar auf asphaltierter Strasse! Unser Fahrer vermochte dies jedoch mit seinem Fahrstil locker zu kompensieren. Ausserdem fuehrte der Weg durch das Gebirge ueber zwei Paesse, was der junge Chinese eine Reihe vor uns schon nach kurzer Fahrt zu quittieren wusste. Er sollte nicht der einzige bleiben. (Nicht vor dem Essen weiterlesen!) Ploetzlich riss er das Fenster auf, streckte seinen Kopf hinaus und liess sich seinen Milchshake nochmals durch den Kopf gehen. Bevor wir realisierten, was vor sich ging und unser Fenster schliessen konnten, hatte Rahel einen Teil davon abbekommen. Der Rest klebte an unserer Fensterscheibe. Bis zum Mittagshalt hatte es ihm der halbe Bus gleich getan. Nur das kleine Maedchen neben uns kannte dieses Prozedere noch nicht und somit bekam ihre Mutter alles ab. Beim Halt auf halber Strecke gleichte der Bus einem Zebra mit hellbraunen Streifen. Den zweiten Teil, nachdem sich alle beim Mittagessen wieder ihre Magen gefuellt hatten, ersparen wir euch.
Ps: Wir ueberstanden die Fahrt unbescholten! :wink:
Schnappschuesse von unterwegs…

