30. März 2007
Die Fussgaengerzone Avenida Florida ist voll von Geschaeftsleuten, ”Shoppern” und Touristen. Bettler, Strassenmusikanten und -verkaeufer fuegen dem Treiben ihrerseits Farbe und Laerm hinzu. Die Avenida endet nahe der Plaza de Mayo, an deren Ostseite die Casa Rosada mit dem beruehmten Balkon steht, von welchem Juan und Eva Perón (Evita), sowie andere Politiker zu einer leidenschaftlichen Menschenmenge sprachen.

Auch Madonna sang von diesem Balkon ihr Lied “Don´t cry for me Argentina”.
Etwas weiter oestlich gelangt man in eines der aeltesten Viertel von Buenos Aires, dem Puerto Madero. Die verlassenen Backstein-Lagerhaeuser wurden renoviert und beherbergen nun Loft´s, Bueroraeme und Restaurants, die zu einer trendigen Ausgehmeile geworden sind.

Am beeindruckensten war fuer uns der Cementerio de la Recoleta. Dieser Friedhof ist uebersaet von Statuen, Marmor Sarkophagen und Krypten, welche die sterblichen Ueberreste der hoechsten Elite der Stadt beherbergen. Fuer verstorbene Praesidenten, Militaerhelden, einflussreiche Politiker oder Reiche und Beruehmte wurde hier wie eine eigene Stadt, die Stadt der Toten, errichtet.


…auch Evita fand hier ihre letzte Ruhe
24. März 2007
In Cordoba findet man die besterhaltenen Kolonialbauten, angefangen mit der “Manzana Jesuítica” aus dem 17.Jahrhundert, welche einen ganzen Haeuserblock vereinnahmt,…

…ueber die “Iglesia Catedral”, an der verschiedene Architekten, Jesuiten wie auch Franziskaner, mehr als zwei Jahrhunderte lang bauten,…

…bis zu der unterirdischen “Cripta Jesuítica”. Diese Krypta wurde im 18.Jahrhundert von Jesuiten als Novitium erbaut, spaeter zu einer Krypta und einem Krematorium umfunktioniert. Nachdem sie um 1829 zerstoert und begraben wurde, stiessen Bauarbeiter 160 Jahre spaeter auf die Krypta, als sie Telefonkabel verlegen wollten. Ein kleiner Teil wurde restauriert und steht heute fuer Musik- und Theaterauffuehrungen, sowie Ausstellungen zur Verfuegung.

20. März 2007
Dieser Park ist eine Welt von surrealen Steinformationen und Dinosaurier “Ueberbleibseln”. Wind und Erosion formten in Jahrtausenden aus dem weichen Gestein die unglaublichsten Steinskulpturen – ein Freilichtmuseum der Naturkraefte…

Wer hat Lust auf eine Boccia-Partie

Die Sphinx bewacht das Boccia-Feld

Kasperli mit einem Moai-Hut :grin: oder eher ein U-Boot, wie es die Einheimischen sehen…

“El Hongo”, eine andere Art “magic mushroom” :mrgreen:
Die Dinosaurierfunde zaehlen mitunter zu den aeltesten Ueberresten aus der triassischen Zeit. Mit dem “Lagosuchus Talampayensis” fand man einen Dinosaurier, der vor 250 Millionen Jahren lebte und damit zu den fruehsten Dinosauriern der Erde zaehlt.

Rekonstruierter Dinosaurier
19. März 2007
Im Nationalpark Talampaya grub sich ein Fluss ueber Jahrtausende einen Weg durch den roten Sandstein und formte mit Hilfe von Regen und Wind einen 100 Meter tiefen Canyon. Der Name Talampaya, was in Quechua soviel wie “Trockener Fluss des Tala” bedeutet, ist eine treffende Beschreibung fuer den Canyon. Heutzutage ist der Fluss, welcher nur nach einem der seltenen sintflutartigen Sommerregen fuer einen Moment Wasser fuehrt, der Weg durch den Canyon.


Ebenfalls beeindruckend sind die auf den Felswaenden gefundenen menschen- und tieraehnlichen Figuren. Sie sind Zeugen der ersten Bewohner Talampayas, welche die Hoehlen und Felsueberhaenge als Wohn- und Lagerraeume nutzten.

19. März 2007
Der Schrein der Difunta Correa ist ein faszinierender Wallfahrtsort. Er gilt als das Mekka fuer die Argentinier. Die Verehrung der Deolinda Correa basiert auf einer Legende, die von einer Frau im Buergerkrieg 1841 handelt. Die Spanier hatten damals viele Maenner in Caucette verhaftet und trieben sie in raschen Fussmaerschen nach Norden. Unter den Gefangenen befand sich Deolinda Correas Mann. Mit ihrem Neugeborenen folgte sie ihm durch die Wueste von San Juan, starb unterwegs jedoch infolge von Durst, Hunger und Erschoepfung. Einige Tage spaeter kam eine Gruppe von Maultiertreibern vorbei und fand die Tote und ihren Saeugling, der noch lebte und an ihrer Brust trank. Aufgrund dieses Wunders pilgern nun Tausende hierher, um die “Difunta Correa” um einen Gefallen zu bitten. Obwohl sie von der katholischen Kirche nie als Heilige anerkannt wurde, hat sie in Argentinien den Status einer Heiligen.
Seit 1940 wuchs ihr Schrein, urspruenglich ein einfaches Kreuz auf einem Huegel, zu einem kleinen Dorf mit einer Kirche, Schule, Post, Polizeistation, einer Tankstelle und zahlreichen Restaurants. Die Glaeubigen bringen Opfergaben, welche sie in den siebzehn “Kapellen” oder auf dem Huegel deponieren. So ist der Ort uebersaet mit Nummerschildern, Familienfotos, Brautkleidern, Zeugnissen, Sporttrikots, Pokalen oder kleinen Modellhaeusern…



Die Kapellen werden ausserdem mit Dankesplaketten bepflastert.

17. März 2007

Angesichts der unzaehligen Baumalleen in der ganzen Stadt und der riesigen Weinfelder vergisst man zu schnell, dass man sich eigentlich inmitten einer riesigen Wueste befindet. Doch durch ein ausgekluegeltes Bewaesserungssystems, welches vor hunderten von Jahren durch die Huarpe-Indianer entwickelt wurde, steht hier alles im saftigen Gruen. Die Gegend in und um Mendoza erzeugt ueber 70% der gesamten argentinischen Weinproduktion.

Als die Spanier vor ueber 500 Jahren begannen das heutige Argetinien zu kolonialisieren, brachten sie mitunter auch die ersten Reben ins Land. Die Weinerzeugung wurde aber erst mit der Massenimigration von Franzosen, Italienern und Spaniern zu Beginn des 19. Jahrhunderts ernst genommen. Die Einwanderer brachten aus ihren Heimatlaendern die besten Weinreben und begannen mit der industiellen Weinproduktion. Mit der damals gut ausgebauten Einsenbahn konnten die Erzeugnisse bis in die Hauptstadt Buenos Aires transportiert werden.
Das wohl Speziellste am argentinischen Wein war, dass bis um 1960 kaum ein Tropfen das Heimatland verlassen hat, obwohl Argentinien bis zu dieser Zeit zum fuenftgroessten Weinproduzenten der Welt aufgestiegen war. Dies lag hauptsaechlich an der Qualitaet der “Saefte”. So versuchte man die Einheimischen zum Weinkonsum zu animieren, was dazu fuehrte, dass bis heute ein richtiges Asado (traditionelle argentinische Grillade) ohne Wein als unvollstaendig gilt, auch wenn heutzutage der pro Kopfkonsum von damals 25l auf 10l gesunken ist. Diese massive Reduktion des Weinkonsums ist vor allem auch auf das immer Beliebterwerden von Bier zurueckzufuehren und brachte viele Weinproduzenten dazu, mehr auf Qualitaet denn Quantitaet zu setzen. Aber auch heute gibt es nur einige wenige Grosskellereien, die ihre Produkte exportieren, obwohl aus unserer Sicht die argentinischen Weine, vor allem seit der Abwertung des argentinischen Pesos im Jahre 2001, in Sachen Preis/Leistung mit zu den Besten der Welt gehoeren!

So machten wir uns auf und besuchten mit einer etwas exklusiveren Weintour einige Boutique-Wineries, wie die “kleineren” Weingueter genennt werden. Auch das Mittagessen gab es auf einem Weingut – natuerlich ein traditionelles Asado. Einfach koestlich!
